Faulenzertage gehören verboten – sie sind es, die der Menschheit
Unnötiges bescheren.
Ich bin erkältet (und somit in der Regel besonders kreativ),
im Fernseher läuft nichts, meine geistig noch gestörtere Hälfte ist unterwegs
und mein Shakes&Fidget-Charakter für die nächsten Stunden am Arbeiten. In dem
Willen, meine Lebenszeit zur Abwechslung an etwas anderes zu verschwenden als
das hypnotische Durchforsten von 9gag, beschließe ich also, eine lang gehegtes
Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen und all die genialen Pamphlete, die
einem zu Gast bei der Muse (sprich, für die meisten: unter der Dusche oder auf
dem Porzellanthron) so einfallen, in der denkbar überflüssigsten,
vergänglichsten und trendigsten Form festzuhalten: In einem Blog.
Viel Verzweiflung, Agonie und Schokolade später ist das
Resultat diese Seite, die, abgesehen von einer paar – natürlich freiwilligen und
keinesfalls durch meine penetrante Werbung erzwungenen! – Mitleidsklicks durch
meine Freunde unbeachtet von der Skylla des WWW verschlungen wird.
Sollte sich mein Blogger-Eifer entgegen allen Erwartungen
länger halten als bis spätestens nächste Woche, erwarte ich von der Menschheit
grenzenlose Bewunderung in Form eines Ordens und große Mengen Bargeld. Wenn
aber sich eine Menschenseele Äonen später auf diesen Blog verirrt und ihn bis
auf diesen pseudozynischen Eröffnungspost verwaist und leer vorfindet: Tja, er
war eh nicht dazu gedacht, jemandes Glauben an die Menschheit und insbesondere
ihren Fleiß zu stärken. Nein, ich meine natürlich, meine Kreativität ist einer
Schaffens- und allgemeinen Identitätskrise zu Opfer gefallen. Welch Tragödie.
Was erwartet euch in diesem Blog für den unwahrscheinlichen
Fall, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Durchhaltevermögen zeige? Nomen
est omen. Sprich: Verbale Inkontinenz und philosophische Ausführungen, die es
nicht wert sind, in einer anderen als der niedrigsten Form des
Online-Journalismus festgehalten zu werden. Vielleicht wird es auch Gedichte
geben. Und Kätzchenbilder. Ja, falls ich vor Klickhunger endgültig verzweifle,
wird es auch Kätzchenbilder geben.
Are you
with me or against me?
Lasset euch Einhalt gebieten; immerhin gibt es noch 9gag. Wenn du deine frustrierende Langeweile auf gekonnte Art und Weise in provokative Bilder hineinkompositionierst kann ein Suizid im Falle einer Ödnis der Kreativität (oder falls die Muse mal wieder zu lange unter der Dusche braucht) abgewendet werden! Oder du machst deinem gestörten Ritter Beine. Oder du stürzt dich einfach in den TOTALEN UNSINN um der zwecklosen Sinngebung eines viel zu langen Herbstmontages einen neuen Anstrich zu geben!
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